Aurelia-Wald-Tag an der AWG
Traditionell steht der 8. März an der AWG ganz im Zeichen ihrer Namensgeberin. Da dieser an diesem Jahr auf einen Samstag fiel, fand er bereits am 7. März statt.
Aurelia Wald war eine deutsche Widerstandskämpferin und wurde aufgrund ihrer Hilfsbereitschaft gegenüber den KZ-Insassen als „Engel von Auschwitz“ bezeichnet.
Der 8. Jahrgang befasste sich an diesem Tag mit Alltagsdiskriminierung und Zivilcourage. Dabei setzen sie sich mit verschiedenen Formen von Diskriminierung auseinander und stellten dabei auch einen Zusammenhang zur eigenen Lebenswelt her. Exemplarisch wurde das tragische Gewaltverbrechen rund um Dominik Brunner, das sich am 12. September 2009 ereignete, thematisiert. Anhand des Falles um den 50jährigen, der Zivilcourage bewies und dafür mit dem Leben bezahlte, wurden die verschiedenen Dimensionen von Zivilcourage beleuchtet. Die SchülerInnen diskutierten, wie mutiges und verantwortungsbewusstes Handeln in kritischen Situationen aussehen kann und welche Herausforderungen und möglicherweise auch Gefahren damit verbunden sind.
Ein weiterer Schwerpunkt war die Auseinandersetzung mit dem Film “Schwarzfahrer” vom Regisseur Pepe Danquart. Der Kurzfilm regte zu einer intensiven Diskussion über Alltagsrassismus und den Mut, gegen Ungerechtigkeit einzutreten, an. Die SchülerInnen reflektierten dabei, wie Zivilcourage in ihrem eigenen Alltag umgesetzt werden kann.
Die Jahrgänge 9 und 10 befassten sich mit dem Thema „Widerstand“.
Der 10. Jahrgang beschäftigte sich in diesem Zusammenhang mit den Stufen des Widerstandes nach Peukert und erstellte eine Plakatausstellung zu Widerstandsgruppen und einzelnen Widerstandskämpfern im Nationalsozialismus.



Der 9. Jahrgang untersuchte, wie Widerstand in der NS-Zeit erfolgte, mit welchen Mitteln er geführt wurde und überlegte, ob dieser Widerstand mit dem heutigen Recht vereinbar wäre. Dabei betrachteten sie exemplarisch Widerstandskämpfer aus dem Raum Hannover sowie die verschiedenen Arten des Widerstands, z.B. kommunistischer Widerstand oder jugendlicher Widerstand. Auch wurde die Bedeutung des Grundgesetzes thematisiert, das explizit das Recht auf Widerstand gegen jeden betont, der versucht, die freiheitlich-demokratische Grundordnung zu beseitigen (Artikel 20) und damit zu den wenigen Verfassungen auf der Welt gehört, die die Möglichkeit des Widerstands explizit in ihrer Verfassung verankert haben.
Eine Abordnung von SchülerInnen und Lehrkräften des 9. Jahrgangs sowie weiterer KollegInnen der AWG nahm am 8. März auch wieder an der Gedenkveranstaltung „Rote Nelken für Orli Wald“ auf dem Friedhof Engesohde teil und legte dort einen selbstgebundenen Kranz nieder.



Im Geiste von Aurelia Wald, die sich zeitlebens für ihre Mitmenschen einsetzte, erlebte der 6. Jahrgang, der sich an diesem Tag in sozialen Einrichtungen in der näheren Umgebung engagierte, dass soziales Handeln und Bewusstsein schon im Kleinen anfängt.
In der Grundschule Uetze, der Kita Fröbelweg in Burgdorf sowie den Seniorenheimen „Mühle Amme“ und „Landhaus am Storchennest“ konnten sie den Kindern und Bewohnern eine Freude bereiten und sammelten gleichzeitig wichtige Erfahrungen im sozialen Bereich.
Die Rückmeldungen der begleitenden Lehrkräfte waren durchweg positiv. „Es war ein toller Tag! Wir waren erstaunt, wie fit die Senioren noch waren. Die älteste Bewohnerin in der Mühle Amme ist sogar 99 Jahre alt!“ Gemeinsam mit den Senioren wurde u.a. gekegelt und Gehirnjogging betrieben, wobei alle viel Spaß hatten. Auch die Herzlichkeit, mit der sie empfangen wurde, wurde von allen positiv hervorgehoben. Diese färbte auch auf die SchülerInnen ab, von denen einige im Anschluss daran sogar Interesse zeigten, ein Praktikum in einer der Einrichtungen zu absolvieren.
„Ich fand es toll, weil die Rentner sehr nett waren und sie mir viele Geschichten erzählt haben“, berichtet eine Schülerin. Andere waren berührt von den emotionalen Momenten: „Ein Senior hat uns viel erzählt und einmal hat er angefangen zu weinen vor Freude. Er war total gerührt“.
Auch die Besuche in der Grundschule und der Kita waren für die Schülerinnen und Schüler des 6. Jahrgangs lehrreich. Einige haben entdeckt oder wurden darin bestätigt, dass sie sich beruflich in die Richtung orientieren könnten, anderen wurden die Augen geöffnet, wie herausfordernd die Arbeit mit (kleinen) Kindern sein kann. „Das war sehr toll, es war voll cool Lehrerin zu sein, die Kinder waren alle süß, die Kinder haben uns auch oft zum Lachen gebracht, ich war einfach eine Lehrerin“, so eine Schülerin.
Der Aurelia-Wald-Tag 2025 war somit ein voller Erfolg und hat den Schülerinnen und Schülern des 6. Jahrgangs wertvolle Erfahrungen und Begegnungen ermöglicht.


